Inhaltsstoffe

Johanniskrautöl

Kräuter stecken voller guter Inhaltsstoffe,
und oft findet man sie erwähnt – nur was genau steckt dahinter? Vor allem, wie kann man sie nutzen und wo stecken sie drinnen?

Die Schulmedizin orientiert sich großteils an der Natur, bildet viele Inhaltsstoffe nach und konzentriert diese meist, um eine gewünschte Wirkung herbei zu führen. Der Nachteil ist, dass diese Medizin kaum ohne Nebenwirkungen auskommt.

Genau hier hat die Natur definitiv die Nase vorn, denn die Vielfalt an Inhaltsstoffen, ist so ausgewogen dosiert, dass sie sowohl die Wirkung entfaltet, als auch potenzielle Nebenwirkungen unterbindet.

Die Inhaltsstoffe einer Pflanze, d.h. woraus die Pflanze besteht, werden in primäre und sekundäre Inhaltsstoffe gegliedert.

Primäre Pflanzeninhaltsstoffe

sind die Grundbausteine jeder Pflanze und dienen den Stoffwechselprozessen. Dazu zählen Eiweiße (= Proteine), Fette und Kohlenhydrate.

Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe

werden von Pflanzen im Sekundärstoffwechsel gebildet und bestehen aus sehr unterschiedlichen chemischen Strukturen. Sie dienen den Pflanzen unter anderem als Lockstoff (z.B. ätherische Öle) oder zur Abwehr gegen Schädlinge (z.B. Gerbstoffe).

Es sind etwa 60.000 (!) sekundäre Inhaltsstoffe in höheren Pflanzen bekannt.

Abhängig von Standort, Klima, Partnerpflanzen, Erntezeitpunkt, etc. können sie in unterschiedlicher Konzentration vorhanden sein.[i]

Dass diese Inhaltsstoffe eine Wirkung auf Säugetiere haben, weiß die Tierwelt intuitiv (Schafe fressen z.B. vermehrt Schafgarbe, wenn sie einen verdorbenen Magen haben oder krank sind). Der Mensch baut seit über 60.000 Jahren sein Wissen aufgrund von Erfahrungen und Versuchen laufend aus, wodurch sich eine alte Heilpflanzentradition entwickelt hat.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Auch die Wissenschaft und Medizin widmet sich den Kräutern intensiv und bestätigen immer öfter Wirkungsweisen von Kräutern und deren Inhaltsstoffen.

„Inzwischen haben die Monographien der Kommission E internationale wissenschaftliche Bestätigung erfahren. Seit 1992 erstellt die Europäische Union eigene Monographien, sogenannte ESCOP-Monographien (European Scientific Cooperative for Phytotherapy), die internationale Gültigkeit haben und das Ziel verfolgen, den wissenschaftlichen Status der Phytotherapie weiterzuentwickeln. (…) Parallel dazu erarbeitet die WHO seit 1998 WHO-Monographien für häufig verwendete Arzneipflanzen für die primäre medizinische Versorgung im Rahmen des WHO-Programms „Traditionelle Medizin“.“[ii]

[i] Sekundäre Pflanzenstoffe – Einsatz in der Naturheilkundlichen Therapie von, Dr. Anja Bettina Irmler und Dr. Georg Wolz | Eubiotika Verlag (ISBN: 978-3944592107), 2. Auflage, 2016, S.5

[ii] Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde: Grundlagen – Anwendung – Therapie von Ursel Bühring | Karl F. Haug Verlag (ISBN: 978-3830477495), 4. Auflage, 2014, S.39f.

 

Ätherische Öle

sind die Duft- und/oder Geschmacksstoffe in fast allen Pflanzen. Sie sind leicht flüchtig und verdunsten rasch. Daher bei der Teezubereitung das Wasser nicht kochend drüber gießen. In der Pflanze dienen sie dem Schutz vor Hitze, Krankheiten, Schädlingen sowie zum Anlocken der bestäubenden Insekten. Ätherische Öle werden vor allem um die Mittagszeit produziert und bestehen aus über 500 verschiedenen Einzelsubstanzen (z.B. aus Monoterpenen, Sesquiterpenen, Alkoholen, Ketonen, Phenolen, Aldehyden, Cumarinen, Estern, Oxiden). Ihre Heilwirkung ist sehr vielfältig. Sie können keimhemmend, krampflösend, beruhigend, pflegend oder schleimlösend sein. Dazu gehören Pflanzen wie Kamille, Pfefferminze oder Thymian. Als Ölkraut muss eine Heilpflanze über 0,1% ätherische Öle enthalten. Öle sind fettlöslich (lipophil) und beinhalten Terpene und Phenolpropane.

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Alkaloide

Stickstoffhaltige Pflanzenbasen (= alkalisch), die Alkaloide, kann man als stark wirkende Heilgifte bezeichnen. Diese Stoffe gehen aus den Aminosäuren der Pflanze hervor und tragen oft den Namen der Pflanzen, in denen sie als Haupt-Alkaloid vorkommen (z.B. Koffein in Kaffee) Sie werden seit Jahrhunderten als Arznei-, Genuss- oder Rauschmittel gebraucht, daher ist der Gebrauch mit Bedacht zu wählen. Die in der Pflanze vorkommende Menge hängt vor allem von Temperatur und Luftfeuchtigkeit/Bodenfeuchtigkeit ab.

Pflanzen: Bilsenkraut, Mohn, Colablätter, Chinin, Tabak, Eisenhut (Aconit)
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Bitterstoffe

schmecken, wie der Name schon sagt, bitter u bestehen aus terpenartigen Verbindungen, die an Zucker gebunden sind und regen die Speichel- und Magansaftsekretion an. In der Pflanze dienen sie meist als Fraßschutz. Sie werden überwiegend nachmittags produziert. Im menschlichen Organismus fördern Bitterstoffe die Verdauung. Deshalb wirken sie appetitanregend, verdauungsfördernd, gallefunktionsfördernd und stoffwechselanregend – gut für Kräuterliköre. Bitterstoffe sind vorwiegend in Enziangewächsen, den Korbblütlern, in den Lippenblütlernund den Doldenblütlern.

Pflanzen: Wermut, Enzian
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Flavonoide

Sind ein Sammelbegriff von derzeit etwa 300 bekannten, verschiedenen Stoffen, welche in der Pflanze tätig sind. Flavonoide teilen sich in drei Gruppen: Flavonole, Flavonnone und Flavone. Durch ihre chemischen Strukturen haben Flavonoide auf verschiedene Organe Auswirkungen. Sie erfüllen u.a. die Funktion des Sonnenschutzes (gelblich orange Pflanzenfarbstoffe) und sorgen dafür, dass die Pflanzen nicht „verbrennen“, sorgen für das Wachstum, wirken gegen Viren, Bakterien…. UV-Schutz ist vor allem nachmittags bei hoher UV-Einstrahlung gegeben. Im menschlichen Körper wirken sie entzündungshemmend, immunsystemstärkend, zellschützend, hemmen allergische Reaktionen entwässernd oder schweißtreibend. Sie sorgen für Entspannung der Herzmuskulatur. Flavonoide sind immer am Heilungsprozess beteiligt.

Pflanzen: Goldrute, Holler, Ringelblume.
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Gerbstoffe

dienen dazu, den hungrigen Insekten den Appetit zu verderben. deshalb sind sie im Sommer am stärksten vertreten, wenn viele Fressfeinde unterwegs sind. In der Heilkunde werden sie eingesetzt, weil sie zusammenziehend, keimhemmend und blutstillend wirken. Sie binden Eiweißstoffe der Haut und Schleimhaut und „entziehen“ den auf verletzter Haut und Schleimhaut angesiedelte Bakterien den Nährboden. Meist werden sie äußerlich auf der Haut oder im Mund- und Rachenraum genutzt. Innerhlich angewandt helfen sie bei Darmblutungen, zur Wundbehandlung, bei Entzündungen und Angina.

Pflanzen: Blutwurz, Brombeere, Frauenmantel, Eichenrinde
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Harze

gehören zu den aromatischen Stoffen. Sie dienen dem Baum als Wundverschluss und Schutz vor Infektionen. Es sind harte, beim Erwärmen weich werdende und schmelzende Produkte, die in Wasser unlöslich sind. Die sind desinfizierend und entzündungshemmend.
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Lignane

kommen vor allem in Getreidearten (Süßgräser) vor und wirken vor allem auf den menschlichen Darm.
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Schleimstoffe

haben die Fähigkeit, aufzuquellen und besitzen dadurch eine reiz- und entzündungslindernde Wirkung. In der Pflanze sind sie vor allem bei der Keimung der Samen nötig, aber auch um Wasser einzulagern. Schleimstoffe helfen bei Magenreizungen oder Entzündungen der Atemwege, stärken das Immunsystem und wirken abführend. In Kombination mit Wasser bilden sie zähe Lösungen.

Pflanzen: Malve / Eibisch, Spitzwegerich, Königskerze, Quitten, Leinsamen, Linde, Klatschmohn
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Saponine

sind pflanzliche Glykoside und ergeben in Verbindung mit Wasser einen haltbaren Schaum. Sie haben unterschiedliche Einsatzzwecke, wie z.B. in Hustensaft zur Verflüssigung des zähen Schleims oder in Zahncremes und Shampoos als Schaumbildner. Andere Saponine wirken harn- und wassertreibend.

Pflanzen: Gänseblümchen, Kastanien, Seifenkraut, Thymian, Ringelblume

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Vitamine

Vitamine sind fast überall zu finden. Sie sind organische Verbindungen, die der Mensch selbst nicht produzieren kann, jedoch für lebenswichtige Funktionen benötigt und im Zuge der Nahrungsaufnahme zu sich nimmt.
Um so viele Vitamine wie möglich erhalten zu können, ist eine rasche Verarbeitung zu empfehlen, da sie sich recht bald reduzieren.

Vitamin A: Ist wichtig für Wachstum, Haut und Sehvermögen. In Beeren z.B. wird es erst durch Kochen freigesetzt.
Pflanzen: Aroniabeere

Vitamin E hat Funktionen in der Steuerung der Keimdrüsen und wird daher auch als Antisterilitätsvitamin bezeichnet. Es wirkt als Radikalfänger.
Vitamin E ist besonders hitzebeständig und fettlöslich – nach vier Minuten Kochzeit ist es noch fast vollständig vorhanden.
Mangel: trockene Haut, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, schlecht heilende Wunden, Reizbarkeit

Pflanzen: Aroniabeere, in pflanzlichen Ölen enthalten

Vitamin C:auch Ascorbinsäure genannt, ist ein Radikalfänger und hat eine antioxidative Wirkung. Es ist ein farb- und geruchloser, wasserlöslicher Stoff.
Es wird intensiv in der Lebensmittelindustrie als Konservierungsmittel oder zur Aufhellung (z.B. bei Äpfel, damit sie nicht braun werden) genutzt. Als Erkennung: E300, E301, E302, E304a, E304b
Pflanzen: Hagebutte, Aroniabeere, Petersilie, Holler, Salbei, Brennnessel

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