Portrait | Vogelmiere

Vogelmiere | Stellaria media

„stélla“ (lat.) = „Stern“ (bezieht sich auf die Blütenform); „media“ (lat.) = mittel

„Hühner“- oder „Mäusedarm“ nimmt Bezug auf die schlaff am Boden niederliegenden Stängel, die an Gedärme erinnern.

weitere Namen

Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Mäusedarm, Sternenkraut.

Beschreibung

caryophyllaceae_stellaria-media_IMG_8398-Bearbeitet-2.jpg

Familie | Caryophyllaceae (Nelkengewächse)

Blütezeit | März-Okt Ernte | Juni-Aug, oberirdische Teile

Vorkommen | ca. 200 Arten; Europa, Asien, Nordamerika; wächst auf Äckern, in Wäldern, Garten.

Aussehen | ein- oder zweijährig; 2-40cm hoch – rasenbildendes Kraut. Behaarter, runder Stängel, der an den Gelenken vielfach wurzelt. Blätter: eiförmig, im unteren Bereich gestielt, oben sitzend. Blüten: klein, weiß – sternförmig – in Trugdolden. Frucht: längliche Kapseln, die rundliche, rostbraune bis schwarze Samen enthalten.
Wurzeln: wurzelt sehr flach und hält so umliegende Pflanzen (z.B. Tomaten, Bohnen) feucht.
Es könnte mit dem Ackergauchheil verwechselt werden, das jedoch bitter schmeckt und daher leicht unterscheidbar ist.

Geschmack | mild, säuerlich (erinnert an jungen Mais)

Pflege | stickstoffliebend (Nitrophyt), nährstoffreiche Böden; wächst selbst unter der Schneedecke weiter (bring in einem Jahr bis zu sechs Generationen hervor – 10-20.000 Samen). Gute Resistenz gegen Herbizide.

Signatur | Vitalität – zerbrechliche, liebliche Pflanze, die ein ausgeprägtes Durchsetzungsvermögen hat.

Monographie | keine

 


Hauptinhaltsstoffe

Triterpensaponine, Cumarine, Flavonoide (u.a. Rutin), Phytosterole, Ascorbinsäure (0,1%-1,5%), Mineralstoffe (Kalium, Kieselsäure), Eisen.

Wirkung | juckreizlindernd (Triterpensaponine), wundheilend, adstringierend, schleimlösend, blutstillend, harntreibend.


Nutzung

Das Kraut kann das gesamte Jahr gesammelt und genutzt werden.
Am besten wird es im Frühjahr gesammelt und für die ganzjährige Verwendung (gerade zu trockenen Sommer-Zeiten) getrocknet.

Kulinarik

apfel_vogelmiere_nachspeise

Vogelmiere ist durch den leicht säuerlichen Geschmack ein perfekter Begleiter bei Salaten, Aufstrichen, Smoothies, etc. Aber auch in Suppen ist sie eine gute Beigabe.

Zu Süßspeisen eignet sich die Vogelmiere ebenfalls hervorragend (z.B. in Form eines süßen Pestos: Vogelmiere, Honig, Zitronensaft, geriebene Nüsse, Öl)

hier gehte es zu weiteren Rezeptideen

Kosmetik

Nutzung der Vogelmiere in der Kosmetik als erfrischende Beigabe zu Shampoos, Cremes.

 

 


Volksheilkunde

In der Volksheilkunde wird die Vogelmiere bei Bronchialkatarrhen, Lungenerkrankungen, daher auch oft Bestandteil von Hustenttees und äußerlich in Form von Breiumschlägen bei Ekzemen, Psoriasis, Hämorrhoiden, Augenentzündung. Auch gegen Rheuma und Gicht wird es eingeriebener Weise genutzt.

vogelmiere

Zudem soll Vogelmiere mit Kamille in Olivenöl gekocht als Umschlag appliziert bei Flatulenz und Krämpfen Kindern Linderung bringen. Gute Effekte bei Atemwegs- und Hauterkrankungen werden jeweils Kombinationen mit Spitzwegerich und Ackerschachtelhalm zugeschrieben.

innerlich

Tee (mehrmals tgl. eine Tasse), Smoothies, Presssaft.
2TL auf eine Tasse, ca. 5-10min ziehen – zwei Tassen täglich.

äußerlich

Breiige Umschläge bei Gicht, Rheuma, Ekzemen, Hämorrhoiden.

In der Homöopathi wird die Vogelmiere in Form einer Urtinktur aus der frischen Pflanze genutzt.

 


Historisches

Vogelmiere ist in den Schriften aus dem Altertum nicht zu finden.

Hieronymus Bock schreibt von der als „Hühnerdarm“ oder Hühnerserb“ bezeichneten Pflanze: „…soll eigentlich den jungen Kindern in grosser Hitz und Schwachheit eigeben werden / dann es leschet nicht allein den inneren Brandt / sondern es verhindert und wehret auch den zufallenden Krankheiten / Spasmi genandt / oder Gegichten“

Auch von Leonhart Fuchs (1543) wird die Pflanze als Wundkraut und gegen Fieber empfohlen. Den Pflanzensaft beschrieb er als äußerlich gegen Augenentzündungen.

Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) verwendete die Pflanze bei Atemwegserkrankungen und billigte ihr eine deutliche Wirkung auf die Lunge zu: „Man kann Hühnerdarm recht passend ein Lungenkraut im eigentlichen Sinne nennen, weil es auflösend und schleimlösend wirkt und auch bei Blutbrechen und Bluthusten sowie bei Hämorrhoiden, bei Nieren und Blasenverschleimung sehr gute Dienste leistet.“

Von vielen Bauern oder Gärtnern wird die Vogelmiere als übles Unkraut bezeichnet. Der amerikanische Unkrautexperte Edwin Rolling Spencer schreibt, sie sei eine „Pest“ und er bedauerte, „dass diese Pflanze nicht einen Namen hat, welcher den Hasse der Rasenbesitzer zum Ausdruck bringt, deren Rasen von ihr erobert wird“.

vogelmiere


Mystisches & Sagenumwobenes

Im Volksglauben ist beschrieben, wenn man die Vogelmiere an Johanni-Mittag während des 12-Uhr-Läutens an allen vier Ecken des Hauses ausjäte, könne man sie gänzlich ausrotten.

Brauchtum

Die Pflanze galt als Indikator für das Wetter, da sie ihre Blüten gegen 9 Uhr nur öffnet, wenn gutes Wetter zu erwarten ist.

 


Bildergalerie | Vogelmiere

 


Quellen:

https://gartenstrawanzerin.at/2014/05/01/quellennachweis/

Die Ratschläge in diesem Beitrag sind von der Autorin sorgfältig erwogen und geprüft worden. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat. Alle Angaben in diesem Artikel erfolgen daher ohne jegliche Gewährleistung oder Garantie seitens der Autorin. Eine Haftung der Autorin für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist jedenfalls ausgeschlossen.

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