Saponine

„Sapo“ kommt aus dem Latein und bedeutet Seife.

 

Eigenschaften

Saponine sind glycosidische Verbindungen – gehören somit zu den Glycosiden. Die meisten gehören zu den Triterpenen.

Saponine setzen die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten herab und ermöglichen, dass sich bei Bewegung Wasser und Luft miteinander zu einer schäumenden Lösung mischen. Durch die vergrößerte Oberfläche kommt es zu einer erhöhten Kontaktaufnahme verschiedener Stoffe miteinander. Daher verbessern Sie u.a. auch die Aufnahme schlecht resorbierbarer Arzneimittel bei innerlicher Anwendung. Saponine selbst werden nicht resorbiert.

Erst nach Abspaltung des Zuckeranteils als Aglykon wird es pharmazeutisch wirksam und wirkt „vermittelnd“ indem es sich mit nicht mischbare Flüssigkeiten wie Wasser und Öl emulgiert. [i]

 

Aesculin, das zu den Saponinen gehört, ist eine fluoreszierende Substanz, die beispielsweise in der Textilindustrie zur optischen Aufhellung von Gewebe und auch in der Kosmetikindustrie in Sonnenschutzcremes genutzt wird (z.B. Rosskastanie, Löwenzahn).

 

Aescin ist ein komplexes Gemisch aus 30 verschiedenen pflanzlichen Saponinen (Rosskastanie)

 

Vorkommen

Efeugewächse (Blätter), Rosskastaniensamen (10-15%), indische Waschnuss, Schlüsselblume, Leinsamen, Mistelblätter (Früchte sind giftig), Huflattich, Gänseblümchen, Nelkengewächse (Rhizome des Seifenkrauts), Süßholz, Schmetterlingsblütler, Primelgewächse, Doldenblütler. Vor allem in den Wurzeln / Rhizomen und Samen sind Saponine am intensivsten vorhanden.

 

Funktion für die Pflanze

Saponine kommen in der Vakuole (Teil der Pflanzenzelle) vor, dienen den Pflanzen als Fraßschutz und pilzhemmender Stoff.

 

Wirkung & Verwendung

Durch die Oberflächenaktivität der Saponine kommt es zur Verflüssigung von zähem Schleim, was einen entschleimenden Charakter hat (z.B. Süßholz, Schlüsselblume, Königskerze).

Durch die leichte Reizwirkung auf die Schleimhäute kommt es reflektorisch zur Vermehrung der Absonderung aller Drüsen, was sich u.a. in den Bronchien günstig auswirkt.

Manche saponinhaltige Pflanzen besitzen eine harntreibende Wirkung (z.B. Goldrute, Gänseblümchen, Bruchkraut).

Bei äußerlicher Anwendung helfen Saponine bei Hautunreinheiten und gegen rheumatische Beschwerden.

Einige saponinhaltige Pflanzen haben eine immunstimmulierende, stoffwechselanregende und venenstärkende Eigenschaft (z.B. Rosskastanie, Mäusedorn).

 

Nebenwirkungen

Die Einnahme von Saponine kann die Schleimhäute reizen und zu Übelkeit führen. Bei sehr hohen Dosen können Saponine blutauflösend (Zerstörung der roten Blutkörperchen) wirken, da es die Zellmembrane durchlässiger macht.

 

Löslichkeit

Mittels Kaltauszug und alkoholischen Wasserlösungen können Saponine am besten gelöst werden. Saponine werden bei längerem Kochen zerstört, daher ist maximal ein kurzes Aufwallen zu empfehlen.

 

Geschichte

Saponine aus Pflanzen wurden früher als Waschmittel genutzt, da sie aufgrund ihrer aufschäumenden Eigenschaft Verschmutzungen aufnehmen und durch Ausschwemmen abtransportieren.

 


[i] Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde: Grundlagen – Anwendung – Therapie von Ursel Bühring | Karl F. Haug Verlag (ISBN: 978-3830477495), 4. Auflage, 2014, S. 157ff

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