Ätherische Öle

Weitestgehend bekannt in Duftlampen für die Raumbeduftung, haben ätherische Öle viele Eigenschaften, die man sich in noch weiteren Bereichen zunutze machen kann.

Eigenschaften

Ätherische Öle sind KEINE Fette und können sich aus weit über 1.000 (meist zwischen 20 und 200; im Lavendel wurden sogar 250 verschiedene Stoffe festgestellt[i]) Bestandteilen zusammensetzen. Sie sind den Terpenen zugeordnet und zeichnen sich durch ihren aromatischen Geruch aus. Die Hauptbestandteile sind Terpene, Phenole, Ketone, Säuren, Ester, Lactone, Aldehyde.

Ätherische Öle befinden sich im sauren Bereich, was auch die antibakterielle Wirkung erklärt. Abhängig von Wetter, Erntezeitpunkt, Wasserqualität u.v.m. kann der pH-Wert variieren.

Vorkommen

Ätherische Öle kommen in bestimmten Bereichen der Zellmembran in den verschiedensten Pflanzenteilen (Schale, Blüte, Frucht, Rinde, Blatt, Wurzel) vor.[ii]

Pflanzenfamilien, bei denen der Anteil an ätherischen Ölen sehr hoch ist, sind Doldengewächse, Lippenblütler (Gänseblümchen, Schafgarbe), Korbblütler, Rautengewächse, Kieferngewächse, Lorbeergewächse, Myrtengewächse, Johanniskrautgewächse.

Funktion für die Pflanze

Ätherische Öle dienen der Pflanze als Fraßschutz, Anlockung, Vertreibung, Hemmstoff der Samenkeimung und sogar Keimlingsentwicklung konkurrierender Gewächse.

Wirkung & Verwendung

Ätherische Öle wirken durch die Nase direkt auf das zentrale Nervensystem, sodass je nach ätherischem Öl bestimmte Gehirnregionen Neurotransmitter ausschütten, die den Körper auf unterschiedliche Weise beeinflussen – z.B. Muskatellersalbei und Grapefruit lassen den Thalamus Encephaline und die Hypophyse Endorphine ausschütten, die ein Glücksgefühl hervorrufen. Kamille, Lavendel, Majoran bewirken über den Raphus nucleus die Ausschüttung von beruhigend und schlafförderndem Serotonin.

In der Aromatherapie, wo sie Assoziationen, Erinnerungen und Gefühle wachrufen z.B. Lavendel-Säckchen in Omas Schrank, kommen ätherische Öle zum Einsatz.

Sekretfördernd auf Atemwege: Latschenkiefer-, Thymian-, Eukalyptus-, Kiefernnadelöl.

Stimulierend der Nebennierenfunktion, hemmend auf Histaminfreisetzung: Kamillen-, Kiefernnadel-, Zimt-, Schafgarbe-, Eukalyptus-, Gewürznelkenöl.

Beruhigende, stimmungsaufhellende Wirkung: Melisse-, Lavendel-, Baldrian-, Rosmarinöl.

Kreislaufanredende Wirkung: Pfefferminz-, Lavendel-, Kampfer-, Rosmarin-, Arnikaöl.

Auf die Haut oder Schleimhäute aufgetragen, wirken ätherische Öle unter anderem durchblutungsfördernd (Terpentinöl, Lavendel-, Kampfer-, Eukalyptus-, Rosmarin-, Wacholderöl), pilzhemmend oder keimtötend. Sie sollten jedoch vorwiegend in Gemischen (ölig, wässrig) verwendet werden, da sie zu intensiv sein und reizen können. Nur wenige Ausnahmen können pur auf die Haut aufgetragen werden (z.B. Lavendel).

Spasmolytisch auf glatte Muskulatur (Darm, Galle, Bronchien, Blutgefäße) wirken z.B. Kümmel-, Thymian-, Pfefferminz-, Salbei-, Schafgarbenöl .

Manche ätherischen Öle können giftig sein (z.B. Eibe, Sadebaum, Oleander) und sollten daher gemieden werden.

Anwendungen finden sich sehr breit gefächert wieder. Einige Beispiele dafür sind:

  • Inhalation
  • Bad
  • Raumbeduftung zur Entspannung oder Aktivierung in Duftlampen oder auf Duftsteinen
  • Kosmetik: Cremes, Deos, Haarwasser, …

 

Nebenwirkungen

In direktem Haut- und Schleimhautkontakt können ätherische Öle zu Reizungen führen.

Ketonhaltige ätherische Öle (Thujon, Wermut) wirken neurotoxisch und leberschädigend.

Ebenfalls können sie Kopfschmerzen und Schwindel verursachen (z.B. beim Oleander werden ab ca. 35°C ätherische Öle freigesetzt).

 

Löslichkeit

Ätherische Öle sind stark flüchtig (schon bei Raumtemperatur) und öllöslich. Sie besitzen eine hohe Oxidabilität unter Licht- und Lufteinfluss. Daher empfiehlt es sich ätherische Öle am besten dunkel, luftdicht und trocken zu lagern.[iii]

Gewonnen werden ätherische Öle meist durch Wasserdampfdestillation.

 

Geschichte

Schon zu frühen Zeiten wurden die ätherischen Öle als „Essenz der Pflanze“ genannt.

Die Ägypter nutzten bereits die Vielfalt der ätherischen Öle in der Körperpflege.

 


[i] Nutzpflanzen und ihre Inhaltsstoffe von Susanne Bickel-Sandkötter | Quelle & Meyer (ISBN: 978-3494013336), 2. Auflage, 2002, S. 65

[ii] Heilpflanzen – Praxis heute: – Band 1 Arzneipflanzenportraits von Siegfried Bäumler | Urban & Fischer (ISBN: 978-3437572722), 2. Auflage, 2012, S. 24f

[iii] Heilpflanzen – Praxis heute: – Band 1 Arzneipflanzenportraits von Siegfried Bäumler | Urban & Fischer (ISBN: 978-3437572722), 2. Auflage, 2012, S. 24f

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