Immer wieder ist zu lesen, dass Allergien immer häufiger auftreten. Genetische Einflüsse, zunehmende Umweltverschmutzung, Medikamente sind nur einige Ursachen, von denen wir wahrsten Sinn des Wortes „die Nase voll“ haben.


Ursache und Zeitraum

Der allergisch bedingte Schnupfen, Heuschnupfen (Pollinosis) scheint aufgrund eines überreagierendem Immunsystems zu sein, das zu viel Antigene gegen die Allergene bildet. Die Mastzellen im Körper werden dazu angeregt, vermehrt Gewebshormone (Histamine) zu produzieren. Die Allergene können Blütenstaub von Pflanzen, Millionen von Pollen, die kilometerweit durch die Luft verbreitet werden, Tierhaare, Hausstaubmilben und einiges mehr sein. Die Allergiesaison beginnt bereits im Jänner mit den blühenden Haselsträuchern und geht bis in den Sommer mit dem Getreide. Je nachdem, worauf und wie stark der Körper darauf reagiert. Der Höhepunkt ist meist April / Mai, wo der Großteil in voller Blüte steht. Des einen Freud, des anderen Leid.

Die Symptome sind häufig, Niesen und laufende Nase, gereizte, juckende und tränende Augen, Bläschen und Rötungen der Haut und Husten bis Atemnot.

Leider weiß ich wovon ich schreibe, da ich selbst hochallergisch bin. Aber mit der Unterstützung der Natur, einigen Kniffen und der TCM konnte ich es gut in den Griff bekommen.


Pollenbelastung reduzieren

Mit einfachen Tätigkeiten, die in den Alltag eingebunden werden können, kann die Pollenbelastung bereits reduziert werden:

  • abends duschen und die Haare waschen.
  • Kleidung beim nach Hause kommen gleich wechseln.
  • Wäsche (leider) nicht im Freien trocknen lassen.
  • Fenster so weit wie möglich geschlossen halten.
  • bei Niesreizattacken Wasserdampf einatmen.

Immunsystem stärken

Mit einer gesunden Ernährung kann das Immunsystem unterstützt und moduliert werden, sodass Allergiereaktionen reduziert werden können:

Vitamin-C-reiche Ernährung

gilt als wirkungsfreies Antiallergikum. Z.B. Hagebutte (1.250mg / 100g), Sanddorn (500mg / 100g). Vor allem in Wildkräutern sind pro 100g ein sehr hoher Vitamin C-Gehalt im Vergleich zu Kulturgemüse. Folgende Werte sind Richtwerte, da der Gehalt nach den Wuchsbedingungen variieren kann:

  • Gänsefingerkraut: 402mg / 100g
  • Brennnessel: 333mg / 100g
  • Wiesenknopf: 360mg / 100g
  • Wiesenbärenklau: 291mg / 100g
  • Giersch: 201 mg / 100g
Schwarzkümmelkur

Der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren, wie Linol- und Gamma-Linolensäure, die vom Körper selbst nicht produziert werden kann, aber an die für das Immunsystem wichtige biochemische Reaktionen beteiligt sind, ist essenziell. Die beste Qualität enthält das ägyptische Schwarzkümmelöl. Es ist auch für Kinder geeignet. Vielleicht kann es zu Beginn zu Aufstoßen kommen, was aber recht bald vergeht.

2x tgl. 1-2 ml (Teelöffel) Schwarzkümmelöl oder 3-4 x 500mg Öl-Kapseln kurmäßig (rechtzeitig vor Pollenexplosion) einnehmen – mind. 6 Wochen einnehmen.

Gemmomazerat aus schwarzer Johannisbeere

Ich selbst habe bereits gute Erfahrungen damit gemacht. Ein Mazerat mit schwarzer Johannisbeere gilt in der Gemmotherapie als „pflanzliches Cortison“ und gerade in der Allergiezeit, sowohl prophylaktisch (3x tgl. 1-2 Hübe) als auch im Akutfall, sind 1-2 Hübe davon auf die Mundschleimhaut stündlich hilfreich.

Basis-Kräutertee-Mischung nach Wolfgang Schröder
  • Brennnessel („… ist eine Kriegerin und gibt den Menschen äußeren Schutz und innere Sanftheit.“)
  • Löwenzahn („… reinigt das Gewebe. So können die Zellen wieder miteinander kommunizieren. Gemeinsam sind sie stärker. Das gesamte System kann wieder besser miteinander agieren.“)
  • Kamille („… unterstützt den Dünndarm in seiner Aktivität, das Reine vom Unreinen zu trennen.“)
  • „Somit muss ein Katzenhaar, oder ein bisschen Weizen, nicht zu einem Krieg zwischen den Zellen führen, die doch zusammen gehören.“
  • Pfefferminze („… entspannt die kriegerische Gallenblase und öffnet die Poren der Haut.“)

Kräutertee-Kur nach Wolfgang Schröder

40g Spitzwegerich
20g Thymian
10g Faulbaumrinde
20g Brennnessel
30g Mistel
Eine Handvoll zerkleinertes Kraut mit 1 Liter heißem Wasser übergießen, 10 min ziehen lassen. Über den Tag verteilt ca. 3-4 Wochen lang trinken.

Augentrost für juckende und rinnende Augen

Augenkompressen oder (in der Apotheke erworbenen) Augentropfen vom Augentrost, spendet, wie der Name schon sagt, den Augen Trost und Beruhigung. 😊

Pestwurz-Spezialextrakt

Ein Extrakt, das durch eine spezielle Aufbereitung der Blätter kein Pyrrolizidinalkaloide enthält, das leberschädigend ist, hat sich in Studien gegen Antihistaminikum Ceterizin als ebenbürtig herausgestellt, ohne der sedierenden Nebenwirkung. (ISBN: 978-3830477495, S. 340) Hier ist aber definitiv der Erwerb von Apothekerqualität vorzuziehen und keine Experimente zu empfehlen.


Aroma – ätherische Öle, Hydrolate

innerlich eingenommen

Es gibt ätherische Öle mit antiallergischer (antihistaminischer) Wirkung. Manche Inhaltsstoffe (z.B. Sesquiterpene) reduzieren die vermehrte Histaminausschüttung, indem sie die Zellmembran der Mastzellen stabilisieren und lindert dadurch auch die Entzündungserscheinungen. (ISBN: 978-3-13-243471-4, S. 34)
Bewährt hat sich eine innerliche Einnahme, wobei dies NIE pur getan werden sollte. Ätherische Öle sind fett- oder alkohollöslich, daher können sie entweder mit Sahne vermischt, auf ein Stück Würfelzucker oder Brot gegeben und eingenommen werden.

Akuthilfe – Mischung für ein 5ml Fläschchen:

30 Tropfen Zedernholz, 10 Tropfen Manuka, 60 Tropfen Zypresse in ein 5ml Fläschchen geben.
2x tgl. je 2 Tropfen (Einnahmeempfehlung s. oben)
nicht länger als 2 Wochen anwenden (Monoterpengehalt in der Zypresse)

Langzeitbehandlung – Mischung für ein 30ml-Fläschchen

10 Tropfen Atlaszeder (Cedrus atlantica), 20 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens), 10 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium), 40 Tropfen Solubol oder Propolistinktur
mit Rosenhydrolat auffüllen.
3x tgl. je 10 Tropfen oder mehrmals tgl. in den Rachen sprühen. (Einnahmeempfehlung s. oben)
(ISBN: 978-3-13-243471-4, S. 322)

reine Zedernanwendung

„Erst dann mit der Einnahme anfangen, wenn es beginnt zu „kribbeln“, und weiter durchführen, bis eine Besserung eingetreten ist.“
3x tgl. je 1 Tropfen (Einnahmeempfehlung s. oben)
(ISBN: 978-3830477495, S. 339)

anti-Allergie-Spray

50 ml Immortellehydrolat (Helichrchrysum italicum), 40 Tropfen Solubol (Emulgator), 5 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens), 5 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium), 5 Tropfen Atlaszeder (Cedrus atlantica), 5 Tropfen Kiefernadeln (Pinus silvestris)
1-2 Hübe nach Bedarf auf der Mundschleimhaut verteilen


für Raumsprays, Diffuser, Kopfkissen, Dekolleté-Spray

Ätherische Öle können auch äußerlich helfen, Symptome zu mildern und das Immunsystem zu regulieren. Die folgende Basismischung nach Eliane Zimmermann kann vorbeugend und akut in der Pollensaison im Diffuser, einer Duftlampe, einem Inhalierstift oder für einen Aroma-Dekolleté-Spray verwendet werden.

Anti-Heuschnupfen Basismischung nach Eliane Zimmermann:

50 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens), 30 Tropfen Atlaszedern (Cedrus atlantica), 6 Tropfen Melissenöl bio (Melissa officinalis) (bei 10:90 verdünntem Öl, 15 Tropfen nehmen)
für Kinder: Die Basismischung ist für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Wenn gewünscht für Kinder noch 5 Tropfen Mandarine rot hinzugeben.

Anwendungsmöglichkeiten

als Spray: dazu 100ml Melissenhydrolat (Melissa officinalis) oder 100ml Wodka mit 45 Tropfen der obigen Basismischung in eine Flasche mit Sprühaufstatz geben, gut schütteln und bei Bedarf, mehrmals tgl. auf Dekolleté, Kopfpolster oder in der Luft zerstäuben.
für die Duftlampe / den Diffuser: auf 20m2 ca. 5 Tropfen der Basismischung verwenden
in einem Riechstift: ca. 6 Tropfen in einem Riechstift, mit Filzstäbchen geben und bei Bedarf daran riechen

Rosenblütenhydrolat für juckende, angeschwollene Hautpartien oder Augen

Ich selbst schwöre auf meinen Spray mit Rosenblütenhydrolat. Bei angeschwollenen und irre juckenden Augen habe ich mein Rosenblütenhydrolat parat, das ich mir mit 1-2 Hüben ins Gesicht sprühe. Ich bemühe mich auch regelmäßig, den Schließreflex der Augen zu überwinden, damit auch etwas davon in die Augen kommt, damit es ja rasch wirken kann. Aber auch die juckenden Pusteln auf der Haut werden erträglicher, wenn etwas von dem Hydrolat drauf kommt.


Eigenbluttherapie und Akkupunktur

Vor vielen Jahren durfte ich Teil einer Studie sein, die prüfen wollte, ob sich Allergien mittels Eigenbluttherapie bessern ließen. In der TCM ist dies schon seit Jahrtausenden Jahren fixer Bestandteil und ist nun auch dankenswerterweise nach Europa gekommen.
In der einfachsten Form wird Blut abgenommen und unbehandelt dem Körper an Akkupunkturpunkten wieder initiiert. Es regt das Immunsystem des Körpers ohne jegliche Nebenwirkungen an und stärkt ihn so.

Ein gemütliches „in-der-Wiese-sitzen“ war für mich ohne angehenden Erstickungsanfällen, angeschwollenen Augen und Beulen auf dem Körper verteilt, nicht möglich. Das eine oder andere Mal musste auch ein Notarzt her.

Aber mit dieser Therapie, die ich ca. alle fünf Jahre auffrische und dem einen oder anderen Helferchen aus der Naturheilkunde, die ich oben beschrieben habe, habe ich wundervolle Lebensqualität dazu gewonnen. Und das ohne permanenter Medikamenteneinnahme und kann ohne Bedenken durch die Natur strawanzen – so wie ich es schon immer gern gemacht habe.

Wer mehr über die Eigenbluttherapie erfahren möchte, wird hier fündig: Praxis der Eigenbluttherapie; Harald Krebs, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, (ISBN: 978-3437554834), 2017


in der Homöopathie

  • Leinsamen (Linum usitatissimum D6) soll bei Asthma, Heuschnupfen Linderung bringen. (ISBN: 978-3440148006, S. 218)
  • schwarzer Senf (Sinapis nigra D12) wird bei Heuschnupfen mit scharf brennendem Nasenschleim und tränender Augen empfohlen (ISBN: 978-3440148006, S. 324)

Hinweis

‼️ACHTUNG rechtliche Hinweise: 🧑‍⚖️

Wer gegen eine oder mehrere Zutaten allergisch ist, darf diese natürlich nicht verwenden. Für die Verwendung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei vorliegenden schweren Erkrankungen und für Kinder, ist Rat beim Arzt einzuholen.

📌 Die Wirkungsweisen der einzelnen Zutaten, Kräuter und Rohstoffen, Rezeptvorschläge und Anwendungsideen basieren rein auf Erfahrungswerten, Recherchen und volksheilkundlichen Überlieferungen und sollen eine ärztliche Behandlung oder Medikation NICHT ersetzen. 

📌 Heilversprechen zur Linderung und / oder Behandlung von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen werden in keinster Weise in meinen Beiträgen abgegeben. Rezepte oder Empfehlungen werden auf eigene Gefahr nachgemacht.


Literatur:

  1. Die Meisterkräutertherapie: Die 24 kostbaren Kräuter aus Europa und ihr Nutzen in der Volksheilkunde; Wolfgang Schröder Verlag der Heilung (ISBN: 978-3-00-038396-0), 2012
  2. Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde: Grundlagen – Anwendung – Therapie; Ursel Bühring Karl F. Haug Verlag (ISBN: 978-3830477495), 4. Auflage, 2014
  3. Kalus, U., Pruss, A., Bystron, J., Jurecka, M., Smekalova, A., Lichius, J.J. and Kiesewetter, H. (2003), Effect of Nigella sativa (black seed) on subjective feeling in patients with allergic diseases. Phytother. Res., 17: 1209-1214. https://doi.org/10.1002/ptr.1356
  4. Mohammad H. Boskabady and Javad Farhadi (2008), The Possible Prophylactic Effect of Nigella sativa Seed Aqueous Extract on Respiratory Symptoms and Pulmonary Function Tests on Chemical War Victims: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial, https://doi.org/10.1089/acm.2008.0049
  5. Praxis Aromatherapie – Grundlagen – Steckbriefe – Indikationen; Monika Werner, Ruth von Braunschweig Karl F. Haug Verlag (ISBN: 978-3-13-243471-4), 6. Auflage, 2020
  6. Heilpflanzen für die Gesundheit: 333 Pflanzen – neues und überliefertes Heilwissen Pflanzenheilkunde, Homöopathie, Aromakunde Möller, Birgit, Puhle, Anne Katrin Franckh Kosmos Verlag, (ISBN: 978-3440148006), 2015

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