Inulin

Inulin zählt als primärer Pflanzeninhaltsstoff ebenfalls zu den Kohlenhydraten.

 

Eigenschaften

Dieser Inhaltsstoff ist ein Polysaccharid (Mehrfachzucker) aus dem Fructose gewonnen wird.

Nicht zu verwechseln mit Stärke, die durch Photosynthese gewonnen wird und aus Glucose besteht – Monosaccharide (Einfachzucker).

 

Vorkommen

Inulin kommt in den Wurzeln vieler Gemüsepflanzen und Kräuter vor. Vertreter in den Pflanzenfamilien sind Korbblütler (z.B. Löwenzahn, Alant, Gänseblümchen), Doldenblütlern (z.B. Pastinaken), Glockenblumengewächsen, Topinambur (bis zu 70%), Dahlien.[i]

 

Funktion für die Pflanze

Inulin dient den Pflanzen als Speicher- und Reservestoff und ist für den Aufbau der Zellwand verantwortlich.

 

Wirkung & Verwendung

Inulin ist ein guter Stärkeersatz für Diabetiker, da es im Darm nicht aufgespaltet wird und somit den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst.

Darüber hinaus unterstützt es die Aufnahme von Kalzium.

Da es nach intravenöser Gabe unverändert wieder ausgeschieden wird, wird es in der Medizin bei Durchführung einer Nierenfunktionsprüfung genutzt.[ii]

Regelmäßiger Verzehr von Inulin senkt den Lipoprotein- und Cholesterinspiegel und wirkt gefäßprotektiv.[iii]

In der Lebensmittelherstellung wird Inulin beispielsweise in Joghurt als Fettersatz genutzt sowie um den Geschmack, die Textur und das Mundgefühl von Speisen zu verbessern. In Wurstwaren und auch in Tierfutter dient es dazu, den Ballaststoffanteil zu erhöhen. Inulin gehört zu den präbiotischen Nahrungszusatzstoffen. Es dient als Grundstoff zur Herstellung von Fructose.[iv]

 

Löslichkeit

Die Wasserlöslichkeit von Inulin steigt mit der Temperatur des Wassers.

 

Nebenwirkungen

„Inulin wird im Dünndarm nicht resorbiert, da dem Menschen das abbauende Enzym (Inulinase) fehlt. Stattdessen wird es im Enddarm durch Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren umgebaut. Die dabei gebildeten Gase können bei empfindlichen Menschen zu Flatulenzen führen – der einzigen bekannten Nebenwirkung beim Verzehr inulinhaltiger Pflanzenteile. Die u. a. entstehenden Propionate können außerdem als natürlicher Appetitzügler wirken.“[v]

 


[i] Nutzpflanzen und ihre Inhaltsstoffe von Susanne Bickel-Sandkötter | Quelle & Meyer (ISBN: 978-3494013336), 2. Auflage, 2002, S. 25

[ii] Heilpflanzen – Praxis heute: – Band 1 Arzneipflanzenportraits von Siegfried Bäumler | Urban & Fischer (ISBN: 978-3437572722), 2. Auflage, 2012, S. 22

[iii] Ursel Bühring, Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde: Grundlagen – Anwendung – Therapie, 2014, S.119

[iv] Wikipedia „Inulin“: https://de.wikipedia.org/wiki/Inulin, Stand: 04.12.2016

[v] Wikipedia „Inulin“: https://de.wikipedia.org/wiki/Inulin, Stand: 04.12.2016

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