Portrait | Rosmarin

Rosmarin | Rosmarinus officinalis

Bekannt als mediterranes Würzkraut ist Rosmarin der „Muntermacher“ unter den Kräutern, was die Wirkung sowohl geistig als auch körperlich einschließt. Den Kreislauf anregend, die Verdauung harmonisierend und den Geist fördernd – nur einige wenige Eigenschaften, die bereits in der Antike geschätzt wurden und wovon mittlerweile auch die Wissenschaft überzeugt ist. Es wurde früher auch das Kraut der Geschichtenerzähler genannt, da es das Erinnerungsvermögen nachweislich erhöht.

Wenn die, der Wärme und Trockenheit trotzenden, Pflanze ein paar Jahre, gut eingepackt, den Winter überstanden hat, ist sie selbst in unseren Breiten im Garten mehrjährig und erfreut uns Jahr für Jahr mit ihrer stolzen Statur und ihrem vielfältigen Nutzen. Das unermüdliche und immergrüne Kraut bildet sogar zweimal im Jahr Blüten aus, sodass es auch für die Bienenwelt Nahrung bereithält.

2011 war Rosmarin Heilkraut des Jahres.

Namensherkunft

„rosmarinus“ (lat.) = „Tau des Meeres“ – wobei hier keine Dokumentation über den Ursprung bzw. es auch keine sinnvolle Herleitung des Namens existiert. „officinalis“ abgeleitet aus dem französischen „officine“ für „Labor, Apotheke“ bezeichnet Pflanzen mit einer arzneilichen Wirkung und wurde erst zu später Zeit von Carl Linné geprägt (1733).

weitere Namen

Kranzkraut, Antonkraut, Lieblingskraut, Mariae Reinigungskraut, Weihrauchkraut, Brautkleid, Gedenkemein, Kid, Meertau.

Beschreibung

Familie | Lamiaceae (Lippenblütler)

Blütezeit | Mai-Juni, oftmals blüht Rosmarin noch ein zweites Mal im September

Ernte | ganzjährig möglich, am besten an trockenen Tagen bei Sonnenschein, vormittags. Verwendet werden vorwiegend die Blätter der nicht verholzten Triebe.

Vorkommen | urspr. aus Mittelmeergebiet.

Aussehen | mehrjähriger, bis zu 2m hoher, immergrüner Halbstrauch. Die Blätter sitzen an den stark verzweigten, sparrigen Ästen. Schmal-lineal, fast nadelig, ledrig. Die Blüten entspringen aus den Blattachseln in Scheinquirlen, an denen zwei Staubblätter weit herausragen. Rosmarin zählt zu den Tiefwurzlern.

Pflege | geringe Ansprüche an den Boden; liebt einen sonnigen, nicht allzu feuchten Standort. Im Winter sollte der Rosmarin gut eingepackt werden, da er starke Fröste nicht verträgt. Der Rückschnitt von mediterranen Kräutern kann bis zum Frühling warten, da das eigene Holz und Laub ebenfalls isoliert.

Duft | Rosmarin hat einen kräftig-würzigen und weihrauchähnlichen Duft und einen herb-bitteren, harzigen Geschmack.

Natur | Der blühende Rosmarin ist ein richtiger Magnet für Bienen, die den bekannten Schlagbaummechanismus bei den Lippenblütlern auslöst. Hinein in die Blüte, betätigt sie den Hebelmechanismus wodurch sich der Griffel senkt und sich der Staubbeutel auf der Biene entleert, die munter zur nächsten Blüte weiter fliegt und bestäubt (Eine anschauliche Darstellung findet sich im unter: https://www.youtube.com/watch?v=PeRFrlQ9QKA).

Signatur | Planeten: Mars, Venus; Element: Feuer,
Organe: Niere, Milz, Galle, Darm, Herz
warm
Symbol der Freundschaft, Treue und des Gedenkens

Monographie | positiv (spasmolytisch an den Gallenwegen und am Dünndarm, pos. Inotrop („die Kontraktionskraft des Herzens beeinflussend“), steigern Koronardurchfluss, äußerlich angewandt: hautreizend, durchblutungsfördernd); Dosierung: Einnahme 4-6g Droge, 10-20g Tropfen ätherischen Öles. Äußerlich angewandt: 50g Droge auf ein Vollbad; 5-10% ätherisches Öl in halbfester und flüssigen Zubereitungen. (https://www.heilpflanzen-welt.de/1985-11-Rosmarini-folium-Rosmarinblaetter/, 03.09.2018)

Historisches

Bei den Ägyptern, Griechen und Römern hatte der Rosmarin eine kultische Bedeutung. Die Siegerkränze der Gladiatoren hatte Rosmarin dabei. Auch wurden die Götterstatuen mit Rosmarinzweigen verziert.

Bereits in der Antike war der Rosmarin sehr beliebt. Sowohl als Würzpflanze als auch als Heilmittel.

Sokrates ließ im antiken Griechenland seinen Studenten Rosmarinkränze tragen um ihr Gehirn zu stärken und das Gedächtnis zu verbessern.

Einige Zeit verschwand der Rosmarin aus der Volksheilkunde. In diversen Aufzeichnungen fand man nur bei Dioskurides den Rosmarin als helfendes Mittel bei Gelbsucht. Die Benediktinermönche brachten den Rosmarin über die Alpen in den europäischen Raum, wo er vermehrt genutzt und erforscht wurde.

Erst wieder im Mittelalter wurde in vielen Kräuterbüchern der Rosmarin ausführlich beschrieben und als Heilkraut empfohlen. „Im Kräuterbuch von Matthioli wurde der Rosmarin bei Verdauungsproblemen sowie bei Beschwerden an Leber und Milz empfohlen. Auch wurde es als Kraut beschrieben, welches imstande ist das Hirn und die Sinne zu stärken. Angewendet wurde Rosmarin gesotten in Wein, als Pulver sowie als Dampfbad. Im Gart der Gesundheit (1485) wurde Rosmarin auch bei Wurmbefall, schwachem Gemüt und Gelbsucht.“ (http://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Rosmarin.html, 5.6.2016)

Auch Leonhart Fuchs widmet dem Rosmarin und seiner Wirkung ein Portrait in seinem Werk „New Kreüterbuch“.

Ein Destillat aus den frischen Blüten soll die Schönheit der damals 72 Jahre alten ungarischen Königin Isabelle im 15. Jhdt. belebt haben. Das sog. „ungarische Königinnenwasser“ bestand aus 100g Rosmarinblättern, 20g Minzeblättern die mit 40%igem Alkohol übergossen wurden und an einem warmen Standort 3 Wochen ziehen konnten. Gefiltert und gemischt mit Rosenwasser im Verhältnis 1:1 ergab eine erfrischende Pflege von schlecht durchbluteter, altersmüder Haut, die aber auch für unreine und fette Haut gut ist.

Eines der ersten destillierten Parfums bestand aus den ätherischen Ölen der Rosmarinpflanze. Dieser Duft wollte ewige Jugend verleihen und aphrodisierend wirken.

Rosmarin ist auch im „Essig der vier Räuber“ enthalten, was als Wundermittel zur Pestzeit galt.

Sebastian Kneipp empfahl täglich ein Glas Rosmarintrunk, um das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Dieser Trunk wurde hergestellt, indem in eine Flasche trockenen Weißwein 2 Zweige Rosmarin hinzugefügt wurden, welcher dann für zwei Wochen ziehen durfte.

Auch in der TCM ist der Rosmarin relevant. Die Pflanze soll regulierend auf das Qi wirken und verspricht daher vor allem bei Durchblutungsstörungen, Depressionen, Verdauungsproblemen, Reizdarm sowie bei Parkinson und Katarrhen. Verantwortlich für die heilende Wirkung ist hier u.a. der Inhaltsstoff Campher.

Rosmarin wurde im Jahr 2011 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Sagenumwobenes & Brauchtum

In der Antike wurde der Rosmarin bereits als aphrodisierende Pflanze angesehen; er wurde mit Aphrodite, der Liebesgöttin in Verbindung gebracht und galt als Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Man nannte den Rosmarin auch „Libanotis“, was so viel, wie „Weihrauch der Armen“ bedeutet.

Im Mittelalter galt Rosmarin unter anderem als Symbol für Ewigkeit, Treue und Wohlstand. Bis heute schenkt man in einigen Ländern daher Rosmarinzweige zur Hochzeit, damit die Ehe ewig halte.
Auch gibt es den Brauch, dem Bräutigam bei der Hochzeit einen Rosmarinzweig anzustecken, damit er treu bleibt. Wenn er dann nach der Hochzeit in der Erde Wurzeln schlägt, soll es für eine glückliche Ehe sorgen.

Andererseits stand der Rosmarin dem Tod sehr nahe. In alten Zeiten wurde an den Orten, an denen die Verbrennungen der Leichname stattfand, Rosmarin- und Olivenzweige ausgestreut. Vermutlich auch um den Leichengeruch zu übertünchen. Es wurde den Toten beim Begräbnis beigegeben – und das bereits bei den Pharaonen.

Ein Lied aus dem 16. Jahrhundert zeigt den Bezug zum Tot vom Rosmarin:

Ich hab heute Nacht geträumet
wohl einen schweren Traum,
es stand in meinem Garten
ein Rosmarienbaum

Der Friedhof ist der Garten,
das Blumenbeet ist das Grab,
und dass das grüne Bäumlein
keine Blätter und Blüten hat.
Blüten tat ich sammeln
in einem irdnen Krug,
der glitt mir aus den Händen
und zerschlägt mit auf der Strass.

Aus den Scherben tropfen Tränen,
Tränen – rosarot,
Weiß jemand, was der Traum soll bedeuten?
Sag, Herzliebster, sag, Liebster bist du tot?

Der Symbolik der Erinnerung bediente sich Shakespear ebenfalls in seinem Werk. Ophelia übergab ihrem Hamlet das Kraut mit den Worten: „There´s Rosemary, that´s for remembrance.“

Hauptinhaltsstoffe

Ätherische Öle (u.a. bis 2,5 % Kampfer, Cineol), Flavonoide, Phenole (u.a. Carnosol), Tannin, Rosmarinsäure, Gerb- und Bitterstoffe (Lamiaceen-Gerbstoffe), Harze, Terpene.

Wirkung | Rosmarin hat eine Vielzahl an positiven Eigenschaften, darunter wirkt er antiseptisch, antimikrobiell, entzündungshemmend, anregend, schmerzstillend, kreislaufunterstützend, krampflösend, verdauungsfördernd, leberstärkend, nervenanregend und durchblutungsfördernd. Dem Kraut wird auch eine krebshemmende und radikalfangende (Antioxidans) Eigenschaft nachgesagt.
Das Aroma des Rosmarins eine starke Wirkung auf den Hippocampus hat, welcher das Schaltzentrum des limbischen Systems ist und die Funktion für die Filterung von wichtigen Informationen hat, was die Stärkung des Gedächtnisses und die Konzentrations- und Motivationsförderung erklärt.

Nebenwirkung | In den ersten Monaten der Schwangerschaft, bei Säuglingen, Epilepsie oder Bluthochdruck wird Rosmarin nicht empfohlen.
Das ätherische Öl gilt als hautreizend, daher ist hier besondere Vorsicht geboten und die Nutzung immer nur in vermengter Version (mit anderen Ölen, fetten Stoffen).

Volksheilkunde

In der Volksheilkunde wird der Rosmarin bei Rheumatismus, Arthritis, Muskelverletzungen, Schuppen, Haarausfall angewandt. Rosmarin wird auch zur Konzentrationsförderung genutzt und bei niedrigem Blutdruck verabreicht.

innerlich

Das im Rosmarin enthaltene ätherische Öl wirkt beruhigend auf die Muskeln im Magen-Darm-Bereich

Rosmarin werden meist in Form von Tee, Tinktur und Wein verabreicht bzw. eingenommen.

Getrocknete Blätter des Rosmarins enthalten Wirkstoffe, die Keime im Mund abtöten und somit auch Schmerzen reduzieren. Dafür mehrere Minuten getrocknete Blätter in der Nähe des betroffenen Zahnes kauen. Die ätherischen Öle kommen so an die Entzündung heran und die schmerzstillende Wirkung setzt nach kurzer Zeit ein.

Das mediterrane Kraut hat zudem noch einen hormonellen Einfluss, da es zyklusregulierend, schmerzlindernd während der Menstruation ist und klimakterische Beschwerden lindert.

äußerlich

Rosmarin äußerlich angewandt in Form von Bädern, Salben, Einreibungen oder Umschlägen löst Krämpfe, lässt Wunden und Entzündungen rascher heilen und lindert Kopfschmerzen.

Rosmarin-Zitrus-Haarkur

1 Ei, 1 TL Honig, 2 EL Zitronensaft aufwärmen und mischen. Sobald es abkühlt 2 Tropfen Rosmarinöl und 1/4 Tasse Olivenöl hinzugeben. Im Haar verteilen, ca. 15min wirken lassen und lauwarm ausspülen.
Es ist hilfreich bei trockenem aber auch fettigem Haar, da es die Kopfhaut durchblutet und somit die Talgproduktion ausgleicht.
Im Anschluss daran oder aber ausschließlich kann mit einem Rosmarinwasser (Zubereitung wie Tee und auf angenehme Temperatur abkühlen lassen) gespült werden.

Rosmarinöl gegen kalte Hände und Füße

Dafür zerstoßene Rosmarinblätter in ein verschließbares Glas geben, mit kaltgepresstem Öl bedecken und ca. 6 Wochen an einem sonnigen Ort ziehen lassen. Danach in ein dunkles Gefäß abfüllen, dunkel und kühl lagern und bei Bedarf die betroffenen Stellen einreiben. Die darin enthaltenen ätherischen Öle bringen Kreislauf und Blutzirkulation in Schwung.

Duftmischung zum Munterwerden

1 TL getrocknete Zitronenschalen (unbehandelte), Rosmarin, Angelikawurzel. Ein kleines Säckchen mit den zerkleinerten Teilen füllen und morgens kurz reiben und unter die Nase geben. Um eine intensivere Wirkung zu erzielen, kann das Säckchen auch noch mit ätherischen Ölen von Zitrone, Grapefruit, Rosmarin und Angelikawurzel beträufelt werden.
Auch eine elektrische Duftlampe mit Zeitschaltung kann abends vorbereitet werden.

Bei Kopfschmerzen oder Seekrankheit nimmt man 6 Tropfen ätherisches Öl vermischt es mit einem Esslöffel Olivenöl und massiert damit die Schläfen ein.

Kulinarik

Neben den vielen heilsamen Anwendungen ist Rosmarin als das ultimative Würzkraut für mediterrane Speisen bekannt.

Rosmarin-Thymian-Orangen-Honig als Grillbeize

500 ml regionaler Blütenhonig, dünn geschnittene Schalen einer Bio-Orange, 2 Zweige Rosmarin, 1 Zweig Thymian
Honig in einem Topf leicht erwärmen und zusammen mit den Orangenschalen, Rosmarin und Thymian in ein Einmachglas geben, abkühlen lassen und verschließen. Trocken gelagert hält die Mischung einige Monate – also genau richtig für die Grillsaison. Vor dem Grillen Fisch oder Fleisch mit dem Honig einstreichen – macht neben dem besonderen Geschmack das Grillgut auch noch knusprig.

Rosmarin-Nüsse

150 g Walnüsse oder wahlweise andere Nüsse, 1 Zweig Rosmarin, 1 EL Olivenöl, Salz.
Die Mandeln in einer Pfanne kurz anrösten und von der Herdplatte nehmen. Klein geschnittenen Rosmarin, Öl und Salz hinzufügen gut durchmischen. Bei ca. 50°C im Backrohr auf einem Backblech für 30min trocknen lassen, abkühlen lassen und als Snack, Zusatz zu Reis, Grillgemüse o.ä. reichen.

Rosmarinsalz

Das klassische Rosmarinsalz darf in keiner Küche fehlen, da es fast allen pikanten Speisen und Salaten die bekannt herbe Note verleiht.
Dafür 1/3 zerkleinertes Kraut mit 2/3 unjodiertem Salz (vorzugsweise Ursalz) vermischen und in Gläser abfüllen.
Tipp: das Salz ist nicht zur zum Würzen von Speisen nützlich, sondern kann auch für ein Bad bzw. vor dem Duschgang zum Einreiben auf befeuchteter Haut genutzt werden.

Homöopathie

Urtinktur zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden wie Magenkrämpfe, Blähungen und Völlegefühl. (http://www.gesundheit.de/lexika/heilpflanzen-lexikon/rosmarin-anwendung, 5.6.2016)

wissenschaftliche Bestätigung

Diverse Studien haben bereits eine antioxidative und antibakterielle Wirkung, sowie Effekte gegen Krebs, Entzündungen, Diabetes und Schmerzen beschrieben.

„Schon eine frühere Studie bescheinigte Rosmarin eine Stärkung des Gedächtnisses und des Erinnerungsvermögens. Damals testeten die Forscher der britischen Northumbria University diese Wirkung allerdings nur an älteren Erwachsenen. Nun legten sie nach und untersuchten, ob Rosmarin auch das Gehirn von Kindern fördert.
Dafür mussten 40 Schüler im Alter zwischen 10 und 11 Jahren diverse Gedächtnistests absolvieren. Die eine Gruppe in einem Raum, in dem vorher Rosmarin-Aroma versprüht wurde. Die anderen in einem unbehandelten Zimmer.
Und tatsächlich: Die Kinder, die dem Duft ausgesetzt waren, erzielten um fünf bis zu sieben Prozent bessere Ergebnisse in den Experimenten als die Vergleichsgruppe. Laut der Forscher war der Unterschied am deutlichsten bei Tests, bei denen sich die Probanden an bestimmte Worte erinnern sollten.
Wie Rosmarin genau auf das Gehirn wirkt, können die Wissenschaftler allerdings bisher nicht erklären. Sie vermuten, dass bestimmte Neurotransmitter im Gehirn, die mit dem Gedächtnis in Zusammenhang stehen, durch Düfte beeinflusst werden.“ (https://www.welt.de/kmpkt/article164211356/Das-bringt-es-dir-wenn-du-an-Rosmarin-schnueffelst.html, 14.08.2017)

Eine weitere neuere Studie zeigt: „Wer regelmäßig Rosmarin zu sich nimmt, schneidet in Gedächtnistests besser ab, ist weniger ängstlich und schläft besser. … Auch auf die Alzheimererkrankung, Depressionen und Ängste soll Rosmarin positiv wirken. Iranische Forscher der Kerman University of Medical Sciences haben nun erneut untersucht, wie sich Rosmarin auf die Gedächtnisleistung, Ängste, Depressionen und Schlafqualität von jungen Erwachsenen auswirkt. … Die Effekte dieser Nahrungsergänzung wurden mit Gedächtnistests und standardisierten Befragungsbögen zu Depressions- und Angstsymptomen sowie der Schlafqualität vor Beginn der Einnahme und nach Ende des Behandlungsmonats ermittelt. Nahrungsergänzung mit Rosmarin In sämtlichen Bereichen verbesserten sich die Werte der Studenten, die Rosmarin eingenommen hatten, gegenüber den Studenten, die das Placebo erhalten hatten. … Die Bewertungen der Schlafqualität besserten sich allerdings messbar in der Rosmaringruppe im Durchschnitt um zwei Punkte mit der Behandlung, die Werte der Placebogruppe blieben dagegen stabil. Auch in verschiedenen Gedächtnistests verbesserten sich die Studenten der Rosmaringruppe messbar…, die der Placebogruppe dagegen nicht … Die positiven Effekte von Rosmarin werden vor allem verschiedenen ätherischen Ölen und seinen anderen aromatischen Bestandteilen zugesprochen, beispielsweise Kampher oder Phenolen wie Carnosol oder Rosmarinsäure. Das Fazit der Forscher: Speziell bei einer Erkrankung, die sich auf Schlaf, Ängste, Depressionen und das Gedächtnis auswirkt, wie beispielsweise der Alzheimerdemenz, wäre die Rosmarin-Ergänzung zumindest eine Option, die nach Absprache mit dem Arzt auch unbedenklich sein sollte. (red, 11.8.2018) Originalpublikation: Effects of Rosmarinus officinalis L. on memory performance, anxiety, depression, and sleep quality in university students: A randomized clinical trial.“ (https://derstandard.at/2000085051533/Rosmarin-hilft-gegen-Aengste-schlechten-Schlaf-und-Depressionen, 11.08.2018)

Eine positive Monographie existiert auch für das ätherische Öl von Rosmarin bei äußerlicher Behandlung in Form von Einreibungen und Bädern („6-10% in semi-solid and liquid dosage forms, 2-3 times daily, Use as bath additive: 10-27 mg per litre One bath every two to three days, Recommended bath temperature is 35 – 38 °C, for 10 to 20 minutes.“) bei rheumatischen Beschwerden und Linderung von Dyspepsie und leicht krampfartigen Störungen des Magen-Darm-Traktes bei Verabreichung des Öls oral (2 Tropfen tgl.). (http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Herbal_-_Community_herbal_monograph/2009/12/WC500018312.pdf, 03.09.2018)

Aroma

Rosmarin-Hydrolat

Rosmarinaroma wirkt reinigend, aufhellend und wird oftmals bei Trauer und Tod verräuchert. Bei Raumenergie, die „müde“ und unbewegt wirkt, wiederbelebt und stimuliert Rosmarin diese wieder. Dies betrifft sowohl eine Verräucherung als auch ein Verdampfen von ätherischen Ölen.

Johann Künzle empfielt durch Ausdünstung stickige und verdorbene Krankenzimmern durch Rosmarindämpfe zu reinigen.
Dazu ein Sträußchen Rosmarin zusammengebunden anzünden und glosend im betroffenen Bereich verräuchern.

 

 


Bildergalerie | Rosmarin

Der Inhalt dieses Artikels wurde ebenfalls im Magazin Pflege Professionell (Ausgabe 20 / 2018) veröffentlicht.


Quellen:

allgemeiner Quellennachweis

  • Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen von Helmut Genaust, Nikol (ISBN: 978-3-86820-149-9), 2012, S. 543.
  • Heilpflanzen – Praxis heute: – Band 1 Arzneipflanzenportraits von Siegfried Bäumler, Urban & Fischer (ISBN: 978-3437572722), 2. Auflage, 2012, 2. 507ff
  • Räuchern mit heimischen Kräutern: Anwendung, Wirkung und Rituale im Jahreskreis von Marlis Bader, Goldmann Verlag (ISBN: 978-3442218110), 2008, S. 151ff
  • Das grosse Kräuter Heilbuch von Kräuterpfarrer Johann Künzle, Albatros (ISBN: 3-491-96162-9), S. 452
  • New Kreüterbuch – Das Kräuterbuch von 1543 von Leonhart Fuchs, Taschen Verlag (ISBN: ISBN 978-3-8365-3790-2), 2017, Kap. CLXXXI
  • Heilkosmetik aus der Natur: pflegende Salben, Öle und Essenzen selber machen von Myriam Veit, Franckh Kosmos Verlag (ISBN: 978-3440149812), 2016, 2. Auflage, Sa. 104
  • Das große Buch der Pflanzenwässer – pflegen, heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten von Susanne Fischer-Rizzi, AT Verlag (ISBN:978-3038006992), 2014, S. 261ff
  • http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Herbal_-_Community_herbal_monograph/2009/12/WC500018312.pdf, 03.09.2018
  • http://www.gesundheit.de/lexika/heilpflanzen-lexikon/rosmarin-anwendung, 5.6.2016

Die Ratschläge in diesem Beitrag sind von der Autorin sorgfältig erwogen und geprüft worden. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat. Alle Angaben in diesem Artikel erfolgen daher ohne jegliche Gewährleistung oder Garantie seitens der Autorin. Eine Haftung der Autorin für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist jedenfalls ausgeschlossen.

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